Warum ist Bauchfett so schlimm?

Man mag ja kaum glauben,dass die Pölsterchen am Bauch besonders schlimm sind und denkt sich erst, Fett ist Fett und egal wo: nicht so toll.

Allerdings muss man nochmal unterscheiden, ob man einfach dicke Oberschenkel hat, der Po zu groß ist, oder ob es eben der dicke Bauch ist. Denn ein dicker Bauch sieht mitunter nicht nur unsportlich aus und sorgt für Unbeweglichkeit, sondern kann Dich auch ganz schön KRANK machen.

Bauchfett als Krankheit und deren Ursachen

Bauchfett bleibt erst einmal unerkannt. Es versteckt sich um die Bauchorgane, als so genanntes „intraabdominales Fett“, oder „Viszeral Fett“. Und um es ganzheitlich zu sehen ist es auch erstmal nicht nur negativ - denn auch Fett dient u.a. als mechanischer Schutz der inneren Organe. Nur zu viel davon ist eben nichts und sorgt für mehr negative Hormone und Krankheiten.

Die Ursachen von Bauchfett sind zunächst ganz einfach: Wie bei allen anderen Fettdepots heißt auch hier das Stichwort „positive Energiebilanz“. Was im genauen heißt, dem Körper wird mehr Energie zugeführt, als er verbraucht. Allerdings auch bei positiver Energiebilanz kommt es nicht zwingend bei allen zu einem übermäßig dicken Bauch, manche Menschen haben z.B. eher Fettleinlagerungen am Po oder den Hüften. Allerdings hat sich interessanterweise herausgestellt, dass vor allem eine sehr kohlenhydratreiche Kost bei gleichzeitig mangelhafter Zufuhr von essentiellen Aminosäuren zu vermehrtem Bauchfett führen kann. Ein weiterer Grund sind erhöhte Cortisol-Werte: Cortisol ist ein sogenanntes Stresshormon. Hier kommt es zu einer sogenannten „Anpassungsreaktion“ eures Körpers. Welche sich in diesem Fall in einem dicken Bauch äußern können.

Viszerale Fette als aktive Substanz

Mittlerweile geht man nicht mehr davon aus, dass „Bauchfett“ eine inaktive Substanz ist. Die Haupttätigkeit des inneren Bauchfettes ist die Ausschüttung von Fettbestandteilen an das Blut. Was man auch wieder ganzheitlich sehen kann. Hierfür ist es nämlich gedacht, es soll ja als schneller Energiespeicher dienen. Durch unseren gesellschaftlichen Wandel bis hin zur Industrialisierung kommt es allerdings nicht mehr zu Nahrungsengpässen, also ist dieser Energiespeicher weniger wichtig. Allerdings weiß dies nur leider dein Körper nicht. Sprich, es kommt eben schnell zu einem dicken Bauch.

Nun das Fatale: Der Körper ist gewissenhaft und geht dennoch seiner Aufgabe nach: Fett ins Blut ausschütten. Das ist dann nachweißbar als erhöhte Blutfettwerte. Man spricht hier von vor allem von „Triglyceride“ (Neutralfette). Es ist der Grundbaustein, es besteht aus einem Molekül Glycerin und drei Fettsäuren. Allerdings wird nicht nur Fett ins Blut abgegeben, auch die Hormonproduktion verändert sich. Ganz besonders Östrogene werden abgegeben. Sie werden im inneren Bauchfett produziert – sprich: viszerales Fett wird zu einer richtigen Hormondrüse.

In einem vernünftigen Maße ist diese Produktion, gerade bei Frauen auch nicht nur negativ zu sehen: Die Eierstöcke werden entlastet und in den Wechseljahren können Frauen mit einem etwas Bauch weniger darunter leiden. Aber ganz klar, hier geht es um einen kleinen Bauch, sobald man übergewichtig ist, fällt dieser Vorteil weg. Hier überwiegen die anderen Nachteile gegenüber der Östrogenproduktion. Bei Männern ist es etwas anders. Die Östrogenproduktion unterstützt paradoxerweise gleichzeitig, dass der Bauch weiter wächst. Hinzu kommt ein breite Hüfte und dicke Beine. Bei vielen wachsen auch Brüste. Als letzter nennenswerter Stoff wird „Interleukin-6“ produziert. Hier handelt es sich um einen Entzündungsstoff. Er ist bei einem gesunden Menschen sehr wichtig, denn Entzündungen erfüllen im Körper einen Zweck, um z.B. Krankheitserreger zu bekämpfen oder beschädigtes Gewebe zu erneuern. Ohne Entzündungen wären wir Krankheitserreger viel hilfloser ausgeliefert. Aber wie bei allem muss es sich die Waage halten. Zu viel produziertes Interleukin-6 ist schlecht und schädlich. Es kann z.B. das Innere der Blutgefäße entzünden, Arteriosklerose wird viel Wahrscheinlicher. Folgen daraus können u.a. Schlaganfall und Herzinfarkt sein. Also auch hier, wie beim Östrogen kann man sagen: ein gesunder Anteil an innerem Bauchfett ist unterstützend, bei großer Menge schädlich.

Um den Rahmen in diesem Artikel nicht zu sprengen kurz und knapp, welche Krankheiten und schlechte Eigenschaften Bauchfett unterstützt bzw. maßgeblich dafür mitverantwortlich ist.

  • Produktion von Hormonen
  • Erhöhter Appetit
  • Erhöhte Diabetes-Gefahr
  • Gesteigerter Cholesterinspiegel
  • Erhöhte Belastung für das Herz
  • Erhöhtes Risiko von Thrombose und Embolien
  • Unterstützt Asthma
  • Alzheimer-Risiko steigt
  • Erhöhte Krebsgefahr
  • Erhöhter Blutdruck
  • Erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ist mein Bauch zu dick und was kann ich dagegen tun?

Generell muss man sagen jeder Mensch ist anders und jeder Körper arbeitet anders, aber wie sieht es denn nun unter der Haube aus. Wieviel Bauchfett hat man nun wirklich? Will, oder MUSS ich sogar was dagegen tun? Ganz klar, der Weg zum Arzt ist erstmal ein richtiger. Eine Blutanalyse gibt eindeutige Informationen. Wichtig sind hier u.a. folgende Werte:

  • Blutzucker
  • Blutfette
  • Cholesterin
  • Entzündungsmarker
Der Arzt kann euch allerdings ausführlicher darüber informieren und beraten. Aber wer es nun ganz schnell wissen will: Schnapp dir ein Maßband! Das Maßband in Höhe des Bauchnabels anlegen und den Bauchumfang messen. Locker, nicht zuziehen um ein paar Millimeter zu sparen.

Bei Frauen besteht ab einem Wert von 80 cm, bei Männern ab 94 cm der Verdacht eines zu hohen Bauchfettanteils. Also statistisch erhöhtes Risiko der u.a. oben genannten Erkrankungen. Definitiv zu viel sind es bei Frauen mit einem Bauchumfang von 88 cm und bei Männern 102 cm. Ich selbst hatte mal solch einen Wert – Bauchumfang 100 cm, und meine Blutwerte waren miserabel! Abgesehen davon hab ich es deutlich gespürt im Alltag.

So, nun aber ran an das Fett. Die Goldenen Pfeiler sind: Sport/Bewegung und eine Ernährungsumstellung. Gut eignet sich hier Kraftsport und z.B. eine Low-Carb Ernährung. Sprich: Wenig Kohlenhydrate, hochwertige Eiweisse, viel Gemüse, etc. Für genaue Infos und für einen Individuellen Plan darfst du dich auch gern an uns wenden. Was aber nicht zwingend notwendig ist um dein Bauch klein zu bekommen! Wichtig ist jedoch auch das ganze in einer Waage zu sehen. Zu wenig ist auch nicht gut. Untergewicht, Mangelernährung, etc. können ebenfalls sehr schädlich sein. Bei Fragen stehen wir natürlich immer gern zur Verfügung.

QUELLEN:

Person
Tobias Heinen
Rezepte-Tüftler, Kampfsportfan

Tobais lebt seit vielen Jahren vegan und setzt sich mit veganer Sporternährung auch im medizinischen und gesundheitlichen Kontext auseinander.


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